Vorsicht bei Billig-Anbietern von DSL-Internet Flatrate

In Zeiten der nicht enden wollenden Preiskriege von Internet- und Telefonanbietern ist ein DSL-Anschluss in Kombination mit einer Telefon Flatrate schon für 30,- EUR im Monat zu haben.

Doch auch diese Angebote sollten vor einem Vertragsabschluss genau angesehen werden. Mitunter sind auch hier Kosten versteckt.

Selbstverständlich sind solche Angebote wie beispielsweise im Tarif Lidl Komplett 2000 für 30,- EUR im Monat verlockend, unbegrenzt im Internet surfen und telefonieren zu können.

Man sollte aber unbedingt dabei berücksichtigen, dass Extras und Service bei diesen guten Angeboten meist sehr teuer sind. Martin Müller, Geschäftsführer des Internettelekommunikationsportals Teltarif, äußerte sich dahingehend, das zwar nichts gegen die Wahl eines preiswerten Anbieters spricht, aber eben entsprechende Extras preisintensiv sind. Die Basisleistungen sind bei Anbietern wie Hansenet, Freenet, Versatel und andere ähnlich. Alle bieten eine DSL- und Telefon-Flatrate schon für 30,- EUR an.

Allerdings muss der Verbraucher sich meist für mindestens zwölf bzw. 24 Monate an den Anbieter binden. Doch möchte man in das Handynetz telefonieren, kann sich durchaus das etwas teurere Angebot „Call & Surf Comfort“ für 39,95 EUR der Deutschen Telekom lohnen. Martin Möller sagte dazu, dass die Telekom immer gut wegkäme, wenn man außerhalb der Flatrate viel telefoniert. Hat man neben der Internet- und Telefonpauschale auch noch einen Telefonanschluss der Telekom, kann man weiterhin mit günstigen Call-by-Call-Vorwahlnummern in das Handynetz oder aber in das Ausland telefonieren. Anderenfalls können enorme Kosten entstehen. Bei Lidl DSL kostet zum Vergleich eine Gesprächsminute nach Tunesien 22 Cent. Mit der günstigen Vorwahl von Pennyphone bezahlt man lediglich zehn Cent. Weiterhin kostet ein Gespräch zu einem polnischen Handy ebenfalls 22 Cent, mit der Vorwahl 01029 werden nur fünf Cent pro Minute fällig.

Daher empfielt es sich, vor einem Vertragsabschluss genau zu überlegen, welche Zusatzkosten möglicherweise auf einen zukommen könnten. Weiterhin warnt Martin Müller, dass der Verbraucher wissen sollte, dass ein Anbieterwechsel nicht unbedingt schnell abgewickelt wird. Dabei geben sich gerne der neue Anbieter und die Telekom gegenseitig die Schuld.

Das größte Problem ist, dass es durchaus einige Wochen bis zur Schaltung des neuen Anschlusses dauern kann. Da die Discount-Anbieter meist keine exakten Termine für die Schaltung benennen, ist es schwer für Verbrauchern, ihre Rechte einzufordern. Die Juristin Auer-Reinsdorff rät in diesem Fall: Wer das Prozedere beschleunigen will, kann jedoch selbst eine Frist setzen“. Sie zwei Wochen für angemessen, in der der neue Anbieter entsprechend reagieren kann. Tut er das nicht, ist der Verbraucher berechtigt, noch vor der Lieferung seinen Rücktritt vom Vertrag zu erklären. Die Fristerklärung sollte in jedem Fall auf schriftlichem Wege erfolgen.

Was aber ist, wenn der Verbraucher nicht mit der Leistung des Anbieters zufrieden ist? Der Experte Müller sagt dazu, dass der Verbraucher aus dem Vertrag käme, wenn die wesentlichsten Vertragsleistungen nicht eingehalten werden. Aber genau hierzu gibt es gegensätzliche Meinungen. Fakt ist, dass bei dem Ausfall von Internet oder Telefon für einen Tag sicherlich kein Grund für eine Kündigung gegeben ist. Anders ist es allerdings, wenn der Anbieter keine Behebung des Fehlers vornimmt.

Unstimmigkeiten gibt es auch immer wieder bei den Geschwindigkeiten der Internetverbindung. Grundsätzlich ist der Vertrag erfüllt, wenn der Anbieter die nächstniedrige Geschwindigkeitsgrenze liefert. Es liegt also kein Mangel des Vertrages vor, wenn eine 6 Mbit/s-Verbindung bestellt worden ist, aber nur eine 2,5 Mbit/s-Verbindung tatsächlich besteht.http://www.welt.de/finanzen/article1663225/Vorsicht_bei_Billig-Anbietern_von_DSL-Internet.html

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