Bitte immer mit Falschnamen im Internet anmelden
Die Interessengruppe für den Schutz elektronisch erfasster privater Daten (Electronic Privacy Information Centre EPIC) hat Google zum Gegenstand einer Beschwerde gegenüber der US-amerikanischen Handelsbehörde erklärt.
Es geht um “Buzz”, den neu eingerichteten Teil des E-Mail-Angebots der Firma Google. Dieser sei, so betont EPIC, eine Verbraucher-Täuschung und stelle überhaupt eine grobe Verletzung von Nutzerrechten dar. Eine entsprechende Untersuchung wurde auch bereits durch die kanadischen Behörden eingeleitet.
Bereits zwei Mal hatte Google “Buzz” in der Programmierung verändert, um öffentliche Stimmen in ihrer Besorgnis um die Privatsphäre der Nutzer verstummen zu lassen. Doch, so ließ EPIC verlauten, dies habe nicht gereicht – Nutzern wird nicht eindeutig erklärt, worauf sie sich mit “Buzz” einlassen. Denn jeder, der sich beispielsweise bei Twitter anmelde, ist sich im Voraus im Klaren, dass es sich um ein soziales Netzwerk handelt. Dies jedoch trifft für niemanden zu, der mit Google nur unter der Voraussetzung ein Geschäftsverhältnis begonnen habe, er wolle einen E-Mail-Account einrichten.
In der Beschwerde heißt es inhaltlich, Google solle aufgefordert werden, dem Nutzer die elektronische Zustimmung zu den Geschäftsbedingungen und selbst Abänderungen derselben vom Anwender billigen zu lassen. Unmittelbar nach dem Start bereits hatte sich der Dienstleister schärfster Kritik unterwerfen müssen: Automatisch richtete Google jedem “Buzz”-Nutzer ein Freundesnetzwerk ein, basierend auf der Analyse, wem der jeweilige Nutzer bisher die meisten E-Mails gesendet hatte. Dies sagte aus, dass Google generell und willkürlich die Kontaktpartnerdaten eines jeden Nutzers (gleichgültig Journalist, Unternehmer) einsehen könnte. Eine derartige Zugriffskompetenz unterbinden zu lassen, ist ebenfalls ein dringendes Anliegen von EPIC, die bereits im Dezember eine ähnliche Beschwerde über Facebook eingereicht hatte – hier waren im Vorlauf unhaltbare Änderungen der Vertraulichkeits-Richtlinien im Zusammenhang mit Nutzerdaten eingerichtet worden.
(Quelle)
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