Internet ist das Gegenteil von Privatsphäre

Man stelle sich vor, man befinde sich in einem Saal, an welchem man sich nicht allein befindet, aber darüber hinaus noch von Kameras beobachtet und Mikrofonen abgehört weiß.

Weiterhin weiß man, dass hinter den Kameras und Mikrofonen keine ehrbaren Bürger sitzen. Wie verhält man sich? Möchte man gerne beobachtet werden? Sich zur Schau stellen? Oder hat man sich bereits vorher verkleidet? Hängt man seine – richtige – Telefonnummer für alle sichtbar an eine Pinnwand (direkt vor die Kamera)? Warum spricht man mit den anderen Personen im Saal? Weil man sie vorher schon einmal gesehen hat? Oder weil sie nur mit einer nett aussehenden Maske bestückt sind? Und – im letzteren Falle – wie privat wird man? (Falsch, privat kann man ja nicht werden. Siehe oben.)

Ein vergleichbares Szenario wird von ungefähr 7,5 Millionen Deutschen besucht. Täglich. In Facebook. Alles, was man dort über sich preisgibt (seien es authentische oder erfundene Daten) protokollieren die Webseiten-Betreiber. Auch was man löscht. Alles, was man dort an Kontaktmöglichkeiten angibt, interessiert die SPAM-Betreiber. Die möchten nämlich an den privaten PC.

Wer ist interessant für SPAM-Betreiber? Es sind diejenigen mit auffälliger Freundesverteilung. Eine solche ist vorhanden bei:

(1) Personen des öffentlichen oder wirtschaftlichen Lebens selbst oder bei jenen, die genau diese Personen zu Facebook-Freunden erklärt haben. Die Suche nach den oberen Zehntausend, nach Prestige, hat dazu geführt.
Oder
(2) Facebook-Mitglieder, die wahllos jeden zum “Freund” erklären, der ihnen mit einem netten Bildchen über den Weg kommt.
(3) Facebook-Teilnehmer, die ihre Privatsphäre im Dezember nicht besser abgeriegelt haben, nachdem Facebook seine Vorschriften veränderte. SPAM-Betreiber konnten sich dann “als einer ihrer Freunde” ausgeben und erreichten ihr Ziel.
Die leichteste Beute jedoch sind:
(4) Personen, die, für jeden lesbar (s. o.), authentische Telefonnummern, E-Mail-Anschriften, Schulen, Anschriften etc. gut positionieren. Der freie Wille zur Niederlage ist für Angreifer immer die beste Vorlage.

(Quelle)

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