Information in Lichtgeschwindigkeit – oder: Über das menschliche Tempo

Radiofrequenzen machen drahtloses Internet über Wi-Fi möglich – bis zu 4 Gigahertz an Bandbreite wird übertragen.
Während sich im Sinne der Nanotechnologie eine Erhöhung von Prozessorgeschwindigkeiten bzw. Speicherkapazitäten abzeichnet, kann naturgemäß das Radiospektrum nicht erweitert werden. Sichtbares Licht hingegen hat eine Bandbreite von 789 bis 385 Terahertz. Würde man nun durch LED-generiertes Licht Daten übertragen, geschieht Ähnliches wie bei einer bekannten Infrarot-Fernbedienung – nämlich die Übertragung von Informationsimpulsen über Lichtwellen. Ein Internet-Modem, welches Daten aus dem Internet über entsprechende, aber auch höhere Frequenzen an Geräte abgibt, kann, wie letztens erst im Versuch gezeigt wurde, bis zu 230 Megabit pro Sekunde an Datenübertragung leisten – die tatsächlichen Lichtstrahlen sind aufgrund der Schnelligkeit lediglich nicht für das menschliche Auge sichtbar. Ein anderer Unterschied: Schließt man einen Wireless-Router der herkömmlichen Technik in einem Raum an, ist es durchaus möglich, dass Rechner in anderen Räumen auch genau darauf zugreifen. Licht jedoch durchdringt keine Mauern – so können sichere Netzwerke innerhalb eines Raumes errichtet werden, ohne dass Passanten mit ihren Notebooks “mithören”.

In San Diego wird vom 21. bis zum 25 März 2010 die “Optical Fiber Communication Conference and Exposition/National Fiber Optic Engineers Conference” (OFC/NFOED) stattfinden: Dr.-Ing. J. Vucić (TU Universität Berlin) wird dort ihre oben genannten Forschungsergebnisse präsentieren. Dr. Vucić promovierte am 9. Juli 2009 mit der entsprechenden Arbeit: “Adaptive Modulation Technique for Broadband Communication in Indoor Optical Wireless Systems”.

Auf demselben Stand der Erkenntnis war Dr. M. Kavehrad (Universität Pennsylvania) bereits am 10. Januar 2006. Er erreichte in den entsprechenden Versuchen eine Übertragung von einem Gigabit pro Sekunde. Dies stellte er seinerzeit bei einer Messe über Kommunikationstechnik in Las Vegas vor.

Dieser Artikel sollte eigentlich auf die Möglichkeit der Lichtdatenübertragung hinweisen, ausgehend von den zuerst erwähnten aktuellen Meldungen. Doch nun zeigt sich, dass möglicherweise alle vier Jahre dieselbe Wissenschaftsmeldung als “neu” präsentiert wird. Kennen Wissenschaftler untereinander keine Informationsübertragung?

(Quelle)

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