Forscher entwickeln medizinisches “Mikrolabor” auf einem Chip

Eine Forschergruppe von der Brigham Young University (BYU) hat jetzt ein medizinisches Labor entwickelt, das auf einem Mikrochip Platz hat.

Das “Mikrolab” kann selbst geringste Konzentrationen an Viren und Proteinen aufspüren. Das könnte nicht nur für die Diagnostik weitreichende Folgen haben, sondern auch für die Forschung von großem Nutzen sein. Die BYU ist eine konfessionell ausgerichtete, christliche Universität mit Sitz in Provo im US-Bundesstaat Utah. Dort ist sie 1875 von einem ausgewanderten deutschen Gymnasiallehrer gegründet worden. Die BYO unterhält Dependancen unter anderem in Jerusalem, London und Paris sowie auf Hawaii.

Das Mikrolaboratorium arbeitet nach dem gleichen Prinzip wie ein Automat, der Münzen sortieren kann. So soll es funktionieren: Die Testflüssigkeit läuft über den Chip auf eine Wand zu, die einen Schlitz aufweist. Diese Öffnung ist ein ganz klein wenig kleiner als die Vire oder das Protein-Partikelchen, nach dem jeweils gesucht wird. Entsprechend stauen sich die Kleinstteile vor der Wand und können dort dann durch eine spezielle Linse erkannt werden. Bislang ist es offenbar so, dass Proben nur dann mit einiger Sicherheit bestimmt werden können, wenn das Virus darin hoch konzentriert vorkommt. Das verändert sich durch das “Mikrolab” nun ganz entscheidend. Ziel ist es, selbst ein einzelnes Partikel erkennen und messen zu können. Zudem soll der Chip jetzt dahin gehend erweitert werden, dass in der Wand mehrere unterschiedlich große Schlitze untergebracht werden. Dann könnte eine Probe gleich auf mehrere Virenarten hin untersucht werden.

Offenbar haben die BYU-Wissenschaftler um Professor Aaron Hawkins zudem einen Weg gefunden, den Chip deutlich preisgünstiger als sonst üblich herzustellen. Dadurch erhofft sich das Forscherteam weitere Nutzungsmöglichkeiten für sein Chiplabor. Das soll nämlich nicht nur in der Lage sein, Viren zu erkennen, sondern kann offenbar auch hochreine Proben liefern, die für Studien benötigt werden, sie sich mit dem Verhalten von Viren beschäftigen.

(Quelle)

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